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Banff von oben und unten (28.07.)

Ausschlafen! Nach dem gestrigen Gefeiere erhoben wir uns heute erst um kurz vor 11 aus dem Bett, wobei Anja schon ein wenig frueher von einem Zimmermitglied geaergert wurde - er (Opa, um die 60) hatte sie am Fuss wachgekitzelt, weil der so schoen aus dem Bett raushing. Nach dem Fruehstueck folgte erstmal eine Planungssession: Edmonton, Jasper, Calgary, oder noch ein Tag laenger Banff, Edmonton, Jasper frueher, nochmal Edmonton, Calgary, oder... Nach unseren Diskussionen zum Thema Weiterreisen haben wir uns dann noch mit einem Schweizer unterhalten, der uns zumindest in der heutigen Tagesplanung weiterhelfen konnte: er empfahl uns einen kleinen 1-Stunden-Hike auf den Tunnel Mountain.

Unsere Rucksaecke fuer den Tag waren schnell gepackt und so wanderten wir los. Vom Tunnel Mountain hatten wir einen sehr schoenen Blick auf Banff und Umgebung, ausserdem konnten wir der (verbotenen) Versuchung mal wieder nicht widerstehen, einen suessen Chipmunk zu fuettern (Keep wildlife wild!...).


Als dann irgendwann eine grosse Horde Chinesen mit ihren Zeichenbloecken anrueckte, flohen wir und beschaeftigten uns mal wieder mit der Selbstausloeserfunktion von Anjas Foto.

Wir + komischer Baum

Wir + aufmuepfiger Grashalm + Banff

Anschliessend ging es entlang dem Bow River in die Stadt.

Wir + Gras am Ufer des Bow River's

Leonie vermutete dabei eine Sonnenbrillenverschwoerung - irgendwie hatten alle, die uns entgegenkamen, ploetzlich so ein 3D-Teil an...

In der Stadt rannten wir dann geschlagene 2 Stunden lang in jeden Touri-Laden rein, um das perfekte Nationalpark T-Shirt zu finden Am Ende landeten wir in genau dem Laden, in dem wir angefangen hatten^^ Zum Abendessen ging es seit sehr langer Zeit mal wieder in den Mac (wir konnten uns nicht wehren...Suchtstoffe im Essen?) - wir bereuten es sofort, als sie es dort wagten, Leonie zu vergessen und sie eine gute Viertelstunde auf ihren Burger warten zu lassen!!! Als sie ihn dann endlich hatte, durfte Anja sich dann ihren Aggressionen stellen

29.7.08 05:03


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Das perfekte Dinner (27.07.)

An diesem Morgen waren wir ziemlich muede - schuld war die Blog-Session der vorhergehenden Nacht, bei der die Qualitaet der Eintraege auch sehr zu wuenschen uebrig laesst.

Um halb 10 ging es offiziell los, Abfahrt war dann irgendwann Richtung halb 11. Wir waren nur wenig ueberrascht, als ploetzlich Dorthe und Sylvia nicht mehr nebeneinander sassen, sondern Mi Sylvias Platz eingenommen hatte - jaja, die tiefsitzende Rivalitaeten um Pieter zeigten erste Folgen. Den ganzen restlichen Tag waren die beiden uebrigens uebertrieben freundlich zueinander...

Nach einem kurzen Abstecher in den Supermarkt fuhren wir zum Moraine Lake, der, trotz der ganzen Touris, wirklich schoen ist - tuerkises Wasser in Perfektion! Etwas stoerend waren die immer wieder aufkommenden Regenguesse, als wir einen kleinen Spaziergang um den See herum machten.


Gleich anschliessend ging es weiter zum Lake Louise, dem wohl bekanntesten Ziel hier. Wie Pieter uns erzaehlte, wurde die Umgebung um den See gezielt von Anfang an fuer Touristen konstruiert.


Zum (spaeten) Mittagessen gingen wir in einen Park, wo wir wieder ein "Gemeinschaftspicknick" veranstalteten (Pieter: Wir sind eine grosse Familie!). Recht frueh fanden wir uns im Hostel in Banff ein und hatten 3 Stunden frei, bevor es abends ein grosses Abschiedsdinner geben sollte. Waehrend die anderen dann, als es losging, kochten, fiel uns beiden die Aufgabe zu, den Raum (hinter verschlossenen Tueren) herzurichten, was uns, wie wir stolz sagen muessen, sehr gut gelungen ist Ein wenig stressig war allerdings Pieter, der sich als Perfektionist erwies: die Messer mussten genau gerade liegen, er wies jedem seinen ganz speziell ausgewaehlten Platz zu, das Licht musste genau richtig gedimmt werden (damit die Kerzen schoen rauskommen) und und und... Anja war kurz davor, ihm an den Hals zu gehen, als er uns noch "befahl", die Servietten anders zu falten und einen Platz fuer Gott an dem Tisch einrichtete. Nach sicher gut 2 Stunden war dann endlich alles fertig, wir konnten das Essen geniessen und die letzten Tage nochmal Revue passieren lassen.

Tobi, Neil, Mr. Beef alias Steven, Borga, Leonie 

Ausserdem verteilte Pieter noch "Preise". Unserer bestand aus huebschen Kronen und schicken Brillen (die wohl bald im Muelleimer landen),


die uns auf unserem Weg zum Star beistehen sollten - Anspielung auf unsere Gesangseinlage gestern. Zu unserer grossen Freude wurden wir gezwungen, Gaensebluemchen zu singen. So einige hielten bei der Preisverleihung sehr anspruchsvolle Reden^^... und die fleissigen Weintrinker der Gruppe (Michelle, Borga) fingen bald an, allen zu erzaehlen, wie betrunken sie doch seien. Irgendwann spaeter erwischten wir dann noch Borga und Tobi gemeinsam auf dem Klo - ihre Verteidigung: Maedels machen das doch auch! (Ja ihr Lieben - aber nicht in der gleichen Kabine!) Zum Abschluss wurden noch Fotos der vergangenen Tage gezeigt, und allzu bald (bzw. als uns der Aufsichtshabende der Herberge aus dem Raum schmiss) kam die grosse Abschiedsumarmungsrunde, bei der besonders Pieter seine helle Freude daran hatte, alle mit seinen kratzigen Backen zu begluecken.

Wir sind jetzt ganz froh, dass wir wieder fuer uns sind, auch wenn wir die Tour auf keinen Fall bereut haben - es waren einfach zu viele lustige schraege Gestalten dabei - und die Rockies sind einfach nur grandios!

29.7.08 04:42


Noch mehr Wasserfaelle und eine nette Wanderung (26.07.)

Als es ans Aufstehen ging, waren wir geschockt: saemtliche maennliche Wesen in unserem Zimmer waren schneller als wir! Bett abziehen eingerechnet!

Zur Erholung ging es erstmal zum naechsten Wasserfall: die Athabasca Falls. Allerdings haben wir uns so langsam schon so an den Anblick von Wasserfaellen gewoehnt, dass wir uns nicht mehr so richtig dafuer begeistern koennen (vor allem, da wir die Niagara Falls schon hinter uns haben).

Zum Fruehstueck gab es Omeletts nach dem Rezept von Peters Mama, ausserdem eine nette Darbietung von 'Hit me baby one more time' auf der Gitarre. Nun hatten wir ein kleines bisschen freie Zeit, die wir dazu nutzten, ein suesses Kinderbuch namens 'The Lorax' zu lesen.

Den restlichen, eher ereignislosen Vormittag verbrachten wir im Bus. Bei einem kurzen Zwischenstopp in Jasper kauften wir uns noch Sandwiches fuers Mittagessen. Um richtig wach zu werden nahmen wir noch ein kleines Fussbad am Ende eines Canyons.

Danach ging es dann richtig los mit einer sehr schoenen Wanderung, die anscheinend auf keiner Karte zu finden ist, an einem See vorbei


hoch ueber ein Geroellfeld zu einem Gletscher.

Gletscherschlamm... ganz tolles Peeling!


Auf dem Rueckweg hatten wir beide noch viel Spass mit Singen (und vermutlich hat es auch zur Belustigung unserer Mitreisenden beigetragen).


Nach einem letzten Wasserfall (fuer heute zumindest) kamen wir spaet in unserem Hostel am Lake Louise und waren froh, endlich den Dreck abduschen zu koennen.

27.7.08 08:58


Die West Trek Tour inklusive Baeren (endlich!) beginnt (25.07.)

Um kurz nach 8 stiegen wir in den kleinen weissen Bus. Uns erwartete ein sehr schraeger Haufen, dem wir von unserem Guide Peter (O-Ton: Good people!) gleich mal vorgestellt wurden. Dabei sind:

Tobi (deutsch): spricht seehr langsam und seehr tief, will sein Englisch verbessern und redet deswegen immer Englisch mit uns bzw. studiert sein Woerterbuch

Stefan alias Steven alias Mr.Beef (Schweizer): redet noch langsamer, sehr lustiges schweizer-englisch

Dortha (daenisch): flirtet die ganze Zeit mit Peter

Sylvia (??): versucht, Dortha Peter auszuspannen

Fernando (spanisch): he needs no description, he simply is...so stellte ihn Peter uns vor. Eigentlich ist er ganz nett und sehr hoeflich, hat aber wie so alle aelteren Spanier ien paar schraege Angewohnheiten

Borca (spanisch): nach uns der Juengste, zeigt manchmal seine anstoessige Seite: You have to pay for drinks, but fucking is for free!

Michelle (Australierin): kocht immer, nett, klettert in alle Ecken um interessante Blickwinkel fuer Fotos zu finden

Paul (Niederlaender): heisst mit Nachnamen Hollaender, ist auch typisch hollaendisch; blond, blauaeugig, Sonnenbrand

Neil (??): ruhig, freundlich

Chris (nach Kanada ausgewanderter Englaender): sieht typisch englisch aus, will dauernd, dass wir skinny dipping machen --> ist uns unheimlich

Mi (daenisch, stammt aber aus Korea): die froehliche Seele

 

Ueber den Tag verteilt haben wir so einige Wasserfaelle gesehen, ausserdem noch den Peyto Lake, den Athabasca Glacier,


den Saskatchewan River, wie er im Boden verschwindet und vor allem die vielen schoenen Berge der Rocky Mountains. Und Baeren, zwei Stueck. Schwarzbaeren. Wir haben festgestellt: Das ist wie im Zoo, nur ohne Zaun dazwischen (geistreich ).


Ausserdem waren wir noch, ganz mutig, in einem eiskalten See schwimmen, und sind von einerm Felsen hinunter ins Wasser gesprungen, wovon der Rest ganz schoen beeindruckt war

Der Badesee

Abends ging es dann in das HI-Hostel Athabasca Falls, welches sehr rustikal, aber gemuetlich ist und nur von einem Mitarbeiter, Sascha, gefuerht wird. Es gibt kein fliessendes Wasser, nur ein Plumpsklo etc.. Bei der Raumverteilung hatten wir etwas Pech - wir mussten als einzigste von uns 6 Damen in den Raum voller Kerls - Schnarchen vorprogrammiert.

Zum Abendessen gab es ein traditionelle daenische Weihnachtsburger. Hierzu muss man sagen, dass an diesem Tag daenische Weihnachten war, zumindest sind Peter und die zwei Daeninnen in der vorhergehenden Nacht (in der wir noch nicht dabei waren) unter Alkoholeinfluss gekommen. Infolge dessen wurde dieser 25.Juli unter einigen traditionellen Aspekten betrachtet. Wir durften (mussten) im $1-Shop Krabbelsack-Geschenke kaufen, die dann abends am Lagerfeuer verteilt wurden, auch das daenische Weihnachtslied inklusive Tanz fehlte nicht...

Also bleibt uns nur noch zu sagen: Froehliche Weihnachten!

27.7.08 08:44


Banff en francais (24.07.)

Unsere Kleider sind alle heilgeblieben, die Waschmaschine funktioniert also (an uns koennte es ja eh nicht liegen). Nachdem alles gepackt war, wanderten wir unter grossen Qualen zur Greyhound-Station - wir hatten ganz vergessen, wie schwer diese bloeden grossen Rucksaecke doch sind...

Der Bus hatte natuerlich wieder Verspaetung und so fand Aziz die Gelgenheit uns anzusprechen. Aziz: Franzose, kann kaum Englisch, spricht sehr sehr leise, erinnert stark an Meursault. Wir wissen nicht, wie wir ihn uns angelacht haben, wir wurden ihn auf jeden Fall fuer diesen ganzen Tag nicht mehr los. Gemeinsam mit ihm dackelten wir zum Hotel, gemeinsam mit ihm verzehrten wir seine Sandwiches (die er uns freundlicherweise anbot), gemeinsam mit ihm gingen wir in die Stadt, kauften zu Abendessen ein, sahen uns einen Baerenfilm im Touri-Center an (wir haben dabei festgestellt, dass wir schonmal Baeren-Poo gesehen haben) und kochten mit ihm. Er zwang uns, zu kochen. Unser Ruehrei wurde gut, seine Nudeln waren verkocht. Das ganze war ein wirklich sehr harter Tag, weil wir kaum noch Franzoesisch koennen und zudem dauernd zwischen E, F und D wechseln mussten. Seine Haltung, dass doch jeder ihn verstehen muesse, machten das ganze nicht einfacher, wobei wir allerdings erleichtert waren, dass er wunderschoenes, dialektloses Franzoesisch sprach, was doch besser zu verstehen waren als das quebecsche Gebrabbel.

Nachdem wir uns irgendwann endlich erfolgreich von ihm verabschiedet hatten (er wollte eigentlich noch einen Kaffee mit uns trinken gehn, aber wir waren muede), beschaeftigten wir uns in unserem Zimmer vor dem Schlafengehen noch ein bisschen mit sehr sinnvollen Gespraechen:

Leonie: Kratzen! Kratzen! Ich will kratzen!

Anja: Nicht kratzen! Das ist nicht gut!

Leonie kratzt an einem von Anjas Schnakenstichen, um sich von ihren eigenen Qualen abzulenken.

Anja: Der kann gar nimmer jucke, der isch glaub schon kaputt...

Weiterhin hatten wir eine nette Wette ueber den Inhalt von Leonies Geldbeutel - wieviele 1Cent-Stuecke sind da wohl drin zu finden? Viel Spass beim Schaetzen  

27.7.08 08:19


Wie kommt man ohne Auto nach Waterton? (21.07.-23.07.)

Es war unsere Fahrt ins Ungewisse die Zweite. Nachdem wir Drumheller so ohne Fehlschlag ueberstanden hatten, hatten wir uns in den Kopf gesetzt, nun auch Kanadas kleinsten Nationalpark, den Waterton Lakes National Park, der ca. 270 km suedlich von Calgary liegt, zu erkunden. Problem: Der Greyhound-Bus faehrt nur bis nach Pincher Creek, von dort ist nochmal eine halbe Stunde Autofahrt bis nach Waterton. Trotz verzweifelter Suche hatten wir keinerlei Informationen ueber einen Shuttle-Bus gefunden und rechneten damit, 3 Stunden nach unserer Ankunft wieder den Bus zurueck nach Calgary zu nehmen.

In Pincher Creek angekommen, bestaetigte sich unsere Vermutung, dass es sich um eine verschlafene Stadt mitten in der Pampa handelte. In der Greyhoundstation trafen wir dann auf Jenell, die wir um Hilfe fragten. Sie meinte, die einzige Moeglichkeit um nach Waterton zu kommen, sei ein Taxi, was um die $70 kosten wuerde. Doch sie bot uns an, den Greyhound-Pakete-Auslieferer, Carl, zu fragen, der gelegentlich Touristen fuer $45 nach Waterton brachte. Auch nicht billig, aber, so dachten wir uns, wenn wir schonmal da waren... Auf der Fahrt erzaehlte uns Carl, ein pensionierter high school teacher, so einige Legenden ueber die Berge und eine Geistergeschichte ueber das Prince of Wales-Hotel und taute allgemein waehrend der Fahrt immer mehr auf.

Nach einer unterhaltsamen halben Stunde lud er uns beim Hi-Hostel ab und empfahl uns noch, sollte dort kein Platz sein, das Bear Mountain Motel. Es kam wie es kommen musste: Das Hi-Hostel war komplett voll, und als wir beim Bear Mountain Motel ankamen, teilte uns die Rezeptionistin mit, dass uns zwei Amerikaner gerade vor einer Minute die letzten beiden Betten vor der Nase weggeschnappt hatten. Es begann eine verzweifelte Suche nach irgendeinem freien Hotel in der Stadt, aber es war wie verhext; ausgerechnet heute schien jedes freie Bett in Waterton belegt zu sein. Dabei verirrten wir uns irgendwann in einen Gebaeudekomplex, der sich als das Wohnheim der Angestellten des beruehmten Prince of Wales-Hotel (billigste Nacht: $250) herausstellte.


Upper Waterton Lake mit Prince of Wales Hotel (Internet)

Dort sammelte uns Derrick auf, der als Sommerjob im Hotel im schicken Schottenrock das Gepaeck transportiert. Als er uns fragte, was wir denn suchen wuerden, erzaehlten wir ihm unsere Geschichte und meinten, dass wir wohl irgendwo auf dem Campingplatz in einer der geschlossenen Vesperstuben schlafen wuerden. Voellig entsetzt meinte er, dass das doch viel zu kalt sei, und bot uns an, uns ein paar Decken auszuleihen, worueber wir uns sehr freuten. Wir verabredeten uns mit ihm um 18Uhr und wanderten erst einmal auf den Bear's Hump. Wir benoetigten ca. eine halbe Stunde um hinaufzukommen, bereuten aber, den Rat eines Infoschildes nicht beruecksichtigt zu haben: man sollte es langsam angehen...wir waren oben angekommen voellig aus der Puste^^ Immerhin koennen wir uns nun ruehmen, die Strecke in der Haelfte der angegebenen Zeit geschafft zu haben.

Gelohnt hatte es sich auf jeden Fall, die Aussicht war grandios und wir hatten viel Spass mit einigen Chipmunks, die uns erstmal einen kleinen Schrecken einjagten, als sie ploetzlich an unseren Beinen kratzten und an unseren Aepfeln Anteil haben wollten.

Zurueck beim Wohnheim wurden wir von allen Seiten schraeg angesehn, als wir unsere Decken abholten. Wir lernten noch zwei Maedels vom Hotel kennen, die ebenso mitleidig wie Derrick fragten, ob wir denn noch irgendwas brauchen wuerden. Schliesslich fuhren sie uns noch hinunter in die "Downtown" (eine Strasse mit ca. 7 Geschaeften) und setzten uns am Strand ab. Dort verbrachten wir auch den gesamten restlichen Abend, weil wir mit unseren Decken nicht durch die Stadt laufen wollten. Wir wissen jetzt auf jeden Fall, wie Obdachlose sich fuehlen - die komischen Blicke waren doch etwas unangenehm, auch wenn wir uns eingeredet haben, dass wir einfach nur ein paar Decken dabeihaben, um einen netten Abend am Strand zu verbringen.

Es schien Ewigkeiten zu dauern, bis es dunkel wurde und wir uns in eine der Vesperstuben hineintrauten. Dort machten wir unser Lager in einer Ecke und versuchten zu schlafen. Das ging eigentlich relativ gut, auch wenn wir gelegentlich nervoes aufwachten, wenn wir irgendwelche Geraeusche hoerten. Meistens waren es nur unsere naechtlichen Besucher, die ground squirrels, die hofften, in unserer Naehe etwas Essbares zu finden. ie fanden nichts, dafuer aber einige Schnaken umso mehr. Wir sind immer noch rot gepunktet.

Am naechsten Morgen gingen wir erst einmal in einer der sanitaeren Anlagen des Platzes duschen und freuten uns insgeheim schon auf das Zimmer, das wir fuer diese Nacht gebucht hatten. Nachdem wir Derrick seine Decken mit einem kleinen Dankeschoen (viele viele bunte Smaaarties) zurueckgebracht hatten, gingen wir gemuetlich im Bayshore Inn fruehstuecken. Anschliessend riefen wir Jenell an, um Carl zu informieren, dass er uns am naechsten Tag mittags abholen sollte und noch das Hi-Hostel in Banff, um unsere erste Nacht dort zu canceln (ja, Mamas und Papas, wir sind sehr selbststaendig!) und machten uns danach auf den Weg zu den Bertha Falls bzw, ein gutes Stueck weiter in den Bergen, dem Bertha Lake. Das ganze dauerte doch etwas laenger als geplant, vor allem da Leonie mit ihrer Erkaeltung aus Calgary zu kaempfen hatte. Wir waren sehr stolz, dass wir zusaetlich sogar noch den 4,6km langen Trail um den See meisterten, den uns eine aeltere Dame als wunderschoen, flach und gut begehbar empfahl - leider war er das genaue Gegenteil, wir mussten uns durch Gebuesche schlagen und ueber Baeche huepfen. Manchmal hatten wir sogar Schwierigkeiten, den Pfad zu erkennen.

Der Weg zurueck war um einiges angenehmer, da es schoen bergab ging. Besonders lustig war dabei, dass wir (und das nicht zum letzten Mal) einen Hubschrauber entdeckten, der an einem langen Seil ein Plumpsklo transportierte. Vermutlich verunreinigten einfach zu viele Wanderer den Park

Nach insgesamt 5,5h Wanderung kamen wir erschoepft aber gluecklich wieder in der Stadt an und konnten nun endlich in unser Zimmer im Bear Mountain Motel einchecken. Uns erwarteten zwei riesige Queen-Elizabeth-Size Betten, mit zwei Matrazen uebereinander und ein kleiner Fernseher - herrlich =) Den Rest des Abends verbrachten wir auf einem Steg mit tiefgruendigen Gespraechen und genossen dabei die tolle Aussicht auf die Berge.
Relativ frueh gingen wir ins Bett, um dann am naechsten Tag gemuetlich zu packen, ein paar Karten zu schreiben und uns noch die Cameron Falls anzusehen. Puenktlich um 12.45 Uhr hotle uns Carl an dem Touristencenter ab. Auf dem Weg zurueck haben wir uebrigens fast einen Baer gesehen. Auf einer Bruecke standen mehrere Menschen, die angestrengt den Fluss hinunterstarrten und meinten, dort wuerde ein Baer herumkraxeln. Leider hatte er sich kurz vor unserer Ankunft hingelegt, sodass er von irgendwelchem Gebuesch verdeckt war und wir ihn nur erahnen konnten. By the way: weitere Tiere, die wir gesehen haben: chipmunks, ground squirrles, eine Bergziege, einen Biber und duzende von Rehen, die hier direkt in der Stadt leben und dort in den Gaerten herumwandern.

Wieder zurueck in Pincher Creek verabschiedete sich Carl per Haendedruck von uns und meinte, es waere sehr nett gewesen, sich mit uns zu unterhalten, er fuehle sich nun viel juenger (vor allem unsere Story ueber die erste Nacht hatte ihm sehr imponiert). Der Bus kam wiedermal zu spaet, aber irgendwann sassen wir endlich mit Sack und Pack drin und genossen unsere schoen ruhige Fahrt zurueck nach Calgay.

So haben wir unsere Abenteuer-Tour nach Waterton also gut ueberstanden, im Moment sind wir gerade am packen und Waesche waschen (ja, Mamas und Papas, das koennen wir jetzt auch, zumindestens mit kanadischen Waschmaschinen) und werden in ein paar Stunden mti dem Bus weiter nach Banff fahren, wo morgen (25.07.) unsere West Trek Tour beginnt.

24.7.08 18:33


Drumheller mit allem Drum und Dran (20.07.)

Als wir an diesem Morgen in den Bus stiegen, wussten wir nur eins: wir wuerden um 11.40 Uhr irgendwo in Drumheller ankommen. Wir hatten keine Stadtkarte und wussten weder, wo die Hoodoos (bizarre Felsformationen) liegen, die wir ansehen wollten, noch wie wir dort hinkommen sollten. Wir rechneten also damit, um 18.10 Uhr in unseren Bus zurueck einzusteigen, ohne mehr als ein paar Strassen von Drumheller gesehen zu haben.

Weil uns nichts besseres einfiel, fragten wir eine Frau nach der Richtung, und sie deutete nach Osten und meinte, wir muessten den Highway 10 entlang. Nachdem wir uns ersteinmal im Mac gestaerkt hatten, begaben wir uns an eine Tankstelle und fragten dort eine aeltere Frau, wohin und wie weit es denn sei. Sie meinte, es waeren nur 15 Minuten....zu fahren. Als wir ihr erklaerten, dass wir zu Fuss unterwegs seien, gab sie uns den Rat, es mit trampen zu versuchen. Das wollten wir eigentlich nicht... aber als wir eine nett aussehende Frau alleine beim Tanken erwischten, nahmen wir unseren ganzen Mut zusammen und fragten sie, ob sie in Richtung der Hoodos fahren wuerde. Sie verneinte, aber nachdem wir ein bisschen mit ihr getratscht hatten, meinte sie ploetzlich, sie haette gerade ein bisschen Zeit und koennte uns schnell dort hinfahren. Wir waren sehr ueberrascht, dass wir gleich beim ersten Versuch so ein Glueck hatten... und wir hatten, wie sich spaeter herausstellen sollte, mehr als nur Glueck. Linda, so ihr Name, fuhr uns naemlich nicht nur zu den Hoodos, sondern wartete dort auch auf uns. Die Hoodoos, ein besonders interessant aussehender Teil der Badlands (eine riesiges Tal, in dem der Red Deer River fliesst), waren wirklich schoen. Mehr sagen wir dazu gar nciht, schaut euch die Fotos an!


Doch unsere Tour war noch nicht beendet. Linda fuhr uns kurzerhand auch noch zur Suspension Bridge in Rosedale, eine riesige, wackelnde Haengebruecke ueber den Fluss, hinter der sich ein von Kohleminen voellig rot gebrannter Berg der Badlands befand. Wieder im Auto stellte Linda empoert fest, dass wir gar nicht vorhatten, in eines der vielen Dinosaurier Museen zu gehen, fuer die Drumheller so bekannt ist. Umgehend rief sie ihre Tochter an, die zufaelligerweise genau in dem Museum arbeitet, dass laut Anjas Reisefuehrer das Beste sein soll und kuendigte uns als neu in die Familie aufgenommene "Cousinen" an: wir kamen kostenlos hinein. So fanden wir uns zwischen riesigen Dino-Skeletten wieder, begutachteten die Entwicklung der Erde und erfreuten uns besonders an komischen fossilen Tierchen und versteinertem Dino-Stoffwechselendprodukt.


Anja und Dino-Fuss 

 

Zusammen wiegen wir so viel wie ein deer (Hirsch? Reh?)

Linda wartete in der Cafeteria des Museums auf uns. Wir beschlossen, sie als Dankeschoen zum Abendessen einzuladen, und so fuhren wir zu Boston Pizza. Dort kreuzte dann auch noch Lindas Mann Don auf und das ganze wurde eine sehr lustige Runde. Als es aber ans Zahlen ging, bestand Linda unter grossem Protest unsererseits darauf, uns einzuladen - so hatten wir uns das eigentlich nicht gedacht und wir wussten kaum wohin mit unseren vielen Thank you's^^

Zum Abschluss zeigte sie uns noch ihr Haus und ihren putzigen Mini-Pudel. Schnell wurden die Adressen ausgetauscht und wer weiss, vielleicht sehen wir sie eines Tages in Deutschland wieder.


So Linda and Don, if you are reading this, we want to tell you one more time: thank you so much for that amazing day!!!

21.7.08 08:07


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